
Der gekörte Hengst Caruso Nero von Arcus XX, stationiert in Hörem.
von Hartmut Traupe
Auf Initiative des langjährigen Berichterstatters der Zentralen Stuteneintragung, Herrn Eduard Pilz, haben die Delegierten des Zuchtbezirks Niedersachsen/Hannover unter Leitung von Jürgen Hanke beschlossen, ein Pilotprojekt Springpferdeprogramm auf den Weg zu bringen.
Als Ergänzung zum bestehenden Springpferdeprogramm von 1993 (Trakehner Hefte Nr.4 Aug./Sep. 1993) und in Anlehnung an das seit 2 Jahren laufende GP-Programm wurde von Herrn Pilz eine erweiterte Sichtung und und Erfassung von Springgenen aus besonders auffälligen Familien der Eintragungsjahrgänge 1993 bis 2005 durchgeführt.
Diese werden von Zuchtleiter Lars Gehrmann aufgrund ihrer Abstammung, Eigenleistung, Nachkommen- oder Vorfahrenleistung im Springsport für dieses Projekt untersucht. Unter der Zielsetzung der systematischen Förderung springbegabter Linien zur Leistungsverbesserung ist dabei das Vorkommen einzelner Springvererber in den hinteren Generationen nicht so ausschlaggebend wie der Grad der verwandtschaftlichen Verknüpfung.
Von den ausgewählten Stuten sind einige schon im GP-Programm erfaßt, andere sind aus verschiedenen Gründen nicht als Zuchtstuten angemeldet, sollen aber trotzdem erfaßt werden. Die Besitzer des Stuten werden seitens des Zuchtleiters angeschrieben und zur Teilnahme an diesem Programm eingeladen. Nach positiver Rückmeldung erfolgt die Anpaarungsempfehlung.
Züchter aus dem Zuchtbezirk mit Stuten, die nicht im GP-Programm erfaßt sind, aber Turniererfolge im Springen haben oder Nachkommen mit Turniererfolgen im Springen (mindestens in Klasse L und LGS von ca. 500 Euro), können ebenfalls teilnehmen. Diese Stuten müssen bei einem der untengenannten Ansprechpartner gemeldet werden.
Die Problematik der privaten Zuchtentscheidungen ist bei den springbetonten Linien besonders deutlich. Vermarktungschancen für Fohlen oder auch die lange Ausbildung eines Springpferdes sind sicherlich Gründe dafür.
Eine Analyse der Musterungsnoten von Fohlen mit Springgenen durch Katrin Poll zeigte eine im Vergleich zu den übrigen Fohlen im Durchschnitt niedrigere Note im Typ und eine höhere Note in der Knochenstärke, sie präsentierten sich im Gesamteindruck oft unter Wert.
Das Springpferdeprogramm im Zuchtbezirk Niedersachsen/Hannover umfaßt nicht nur die Sichtung und Anpaarungsempfehlung wie im GP-Programm, sondern insbesondere die weitere Betreuung und Unterstützung der betroffenen Züchter.
Der Arbeitskreis Springgene besteht aus:
- Eduard Pilz -- Erfassung und statistische Auswertung
- Gisela Gunia -- Sichtung und Musterung
- Hartmut Traupe -- Musterung, Koordination und Berichterstattung

Hindenburg unter Fabian Lipsky auf dem Trakehner Bundesturnier 2005
Das Springpferdeprogramm umfaßt folgende Angebote:
- Die geborenen Fohlen des Programms werden wie üblich durch die fohlenmusterungskommission des Zuchtbezirks beurtielt und zusätzlich für den Zuchtbezirk Niedersachsen-Hannover erfaßt. Ferner sollen die Fohlen eine Kennzeichnung in Anerkennung der besonderen springbetonten Anpaarung bekommen. So kann z. B. die Musterungsnote des Gesamteindrucks in Anerkennung der möglichen Springbegabung bei entsprechender Qualität heraufgesetzt sein.
- In der weiteren Entwicklung sollen Pferde aus diesem Programm im Alter von zweieinhalb bis drei jahren einer weiteren intesiven Musterung in Form von Freispringtests und Stutenleistungsprüfung bzw. Rememontetest unterworfen werden. Darauf folgt eine Beratung hinsichtlich der weiteren Ausbildung der Pferde.
- Unterstützung finden die Züchter auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, z. B. in Form einer Präsentationsplattform im Internet.
Der Stand der Entwicklung und die spätere züchterische Bilanz wird kontinuierlich an dieser Stelle veröffentlicht und soll auch zum Erfahrungsaustausch einladen. Mitteilungen interessierter Züchter und Anmeldungen bitte an Frau Gosewisch per Mail gabriele@gosewisch.info oder an Herrn Traupe per Mail Hartmut.Traupe@web.de oder per Telefon 05561/75236 oder Fax 05561/72442.
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